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Kinder reden mit - Beteiligung (Partizipation) im Kindergarten

„Das Kind beteiligt sich an Entscheidungen, die sein Leben in der Einrichtung betreffen. Es entwickelt Bereitschaft zur entwicklungsangemessenen Übernahme von Verantwortung, gestal-tet seine Lebens- und sozialen Nahräume aktiv mit. Es erlangt die Überzeugung, Einfluss neh-men zu können, und erwirbt mit der Zeit Fähigkeiten und die Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe." (Bay. Erziehungs- und Bildungsplan für Kinder bis zur Einschulung, Beltz Verlag 2006, S. 401 ff)

Partizipation fördert Bewältigungskompetenzen

  • In Partizipationsprozessen können Kinder
  • Kinder Probleme als bewätigbar erleben,
  • Gemeinsam Probleme lösen und sich bei anderen Hilfe holen,
  • Bei anderen Kindern (bewusst)unterschiedliche Bewältigungsstrategien erleben,
  • Erfahren, Konflikte auszutragen, statt sie zu verdrängen,
  • Unabhängigkeit von Erwachsenen erleben,
  • Gefühle bewusst wahrnehmen und sie als berechtigt erleben.
  • Was lernen die Kinder durch Beteiligung
  • Eigene Meinungen und Bedürfnisse zu äußern
  • Entscheidungen zu treffen
  • Teamfähigkeit, Toleranz
  • Probleme lösen
  • Empathie
  • Kompromissbereitschaft
  • Positives Selbstbild
  • Selbstbewusstsein
  • Frustrationstoleranz
  • Sich selbst zurücknehmen
  • Sich mit eigenen Wünschen auseinandersetzen
  • Zufriedenheit
  • Freude
  • Sprachförderung
  • Gesprächsregeln

Möglichkeiten der Beteilung

  • Stuhlkreis
  • Jedes Kind kann sich äußern
  • Wünsche für Spiele oder für den Tagesablauf werden gesammelt und entschieden
  • Probleme werden geäußert
  • Lösungen und Problemstrategien werden entwickelt
  • Raumgestaltung
  • Ideen für den Wochenplan
  • Freispielzeit/ Frühstück
  • Geburtstagsfeier
  • Basteln
  • Turnen
  • Ausflüge
  • Kinderkonferenz

 Beschwerdeverfahren für Kinder

  • Beschwerde ist eine Unzufriedenheitsäußerung, die an eine verantwortliche Person oder deren Vertretung gerichtet wird.
  • Ursache der Beschwerde ist eine erlebte Abweichung zwischen der Erwartung/dem Bedürfnis des Kindes und der vorgefundenen Situation.
  • Grundlage ist eine partizipative Haltung der Erzieherinnen, die Kindern das Recht zugesteht, ihre Meinungen, Anliegen und Beschwerden zu äußern und zu vertreten.
  • Da Kinder ihre Beschwerden nur zum Teil offensichtlich formulieren (können), müssen die päd. Fachkräfte die Bedürfnisse der Kinder achtsam wahrnehmen und formulieren. Bei den Gesprä-chen mit den Kindern ist eine dialogische, fragende Haltung nötig und die Überzeugung, das jedes Kind etwas Wichtiges zu sagen hat. Jede Äußerung soll ernst genommen werden.

Ebenen von Beschwerden

Kinder beschweren sich über

  • Das Verhalten anderer Kinder
  • Das Verhalten von Erwachsenen
  • Material/Spielzeug
  • Kita-Strukturen
  • Raumgestaltung
  • Regeln in der Kita

Entwicklung des päd. Beschwerdeverfahrens im Team

(Voraussetzung: Haltung, dass Beschwerden der Kinder als Bereicherung und pädagogische Chance gesehen werden!)

  • Positive Einstellung zu Beschwerden: nicht als Angriff, sondern als subjektive Bedürfnis-äußerung sehen – konstruktiver Umgang
  • Welche Struktur und welches päd. Vorgehen sind notwendig, um Beschwerden aufzu-nehmen
  • Einbeziehung der Kinder:
  • Von wem und in welcher Form sollen Beschwerden aufgenommen werden?
  • Mit wem, wie und wo werden sie bearbeitet?
  • Wie wird das Verfahren für die Kinder sichtbar gemacht?
  • Welche Möglichkeiten gibt es bei uns Beschwerden aufzunehmen
  • Befragung bzw. Feedback der Kinder im Morgenkreis oder im Stuhlkreis /Abstimmung oder Klebepunkte
  • Offene Gesprächsrunden auf ein Thema bezogen
  • Reflektionsgespräche nach Veranstaltungen, Festen oder Projekten
  • Optische Darstellung durch Aufmalen oder Bilder